Alle paar Tage möchte man meinen, heult irgendein Vertreter der Musik-/Filmindustrie herum, dass die bösen "Raub"kopierer dafür sorgen, dass die Manager nur noch Weißbrot statt Kaviar essen können.
Letzte Woche war das die Aufgabe von RTL-Chef Gerhard Zeiler. Der möchte gleich die Internetzugangsprovider in die Pflicht nehmen, damit sie doch den "Raub"kopierern die Kommunikationsmöglichkeiten nehmen. Genauso gut könnte man die Post bitte alle Päckchen auf gebrannt CDs zu kontrollieren.
Über die Schwachsinnigkeit dieser Aussage möchte ich jetzt gar nicht diskutieren, viel interessanter ist für mich eine Aussage,
die ich bei Manuel gefunden habe:
Eines ist für mich klar: Die Zeit, in der große Unternehmen der Musik- und Filmbranche den Reibach gemacht haben, neigt sich früher oder später einem sicheren Ende zu. Profitieren werden die kleineren Firmen und vor allem die Künstler, wenn es denn ein vernünftiges Modell geben wird.
Eigentlich erscheint das logisch. Riesige Konzernstrukturen, die seit Jahren nichts weiter machen als die Qualität des medialen Angebots zu senken und sich dann darüber wundern, dass sie nicht noch mehr Kohle abscheffeln. Und der Schuldige sind die Leute die sich Musik und Filme aus anderen Quellen besorgen. Dann werde ausgeklügelte Kopierschutzmethoden eingeführt, die mit ihrer Unbequemlichkeit für die Nutzer nur zu weiteren Einbußen führen.
Das Internet wird dabei nur als das Böse gesehen, statt sich mit alternativen Vertriebsmöglichkeiten und Bezahlmodellen zu beschäftigen. Das Netz als Gegner, nicht als Chance. Hat so ein bisschen etwas von den Maschinenstürmern.
Bleibt nur zu hoffen, dass die obige Vision Wirklichkeit wird und wir irgendwann auf andere Arten Medien in Anspruch nehmen und bezahlen. Allein, solange die Musikindustrielobby sich noch genügend Politiker leisten kann, wird auch diese Traum noch eine Weile Traum bleiben.