Nachdem am Donnerstag mit Hilfe der
Lügen der deutschen Familienministerin das Zensurgesetz durch den Bundestag gekommen ist, organisierten sich schnell
"Antworten" auf diese Abstimmung.
Und obwohl ich ja lieber für eine langfristige Planung zu haben bin, machte ich mich heute Vormittag auf dem Weg zur Berliner Demo.
Am Startpunkt, vor der SPD-Parteizentrale angekommen, war ich dann doch über die Anzahl der Mitdemonstranten überrascht. Statt des, angesichts der knappen Vorbereitungszeit, erwarteten kleinen Häufchens, war der Raum gut gefüllt.
Nach der Aufwärmphase, folgen die kurzen Redebeiträge. Höhepunkt dabei: Der SPD-Abgeordnete
Jörg Tauss verkündete seinen Parteiaustritt. Er könne besonders nicht verstehen, dass die kritischen Stimmen in der SPD von Franz Müntefering einfach abgebügelt wurden. Mit der Begründung: "Das ist medial nicht zu vertreten." Also lässt auch Herr Müntefering seine Meinung und die der Partei von der BILD-Zeitung diktieren.
Dann setzt sich der Zug in Bewegung, Richtung Potsdamer Platz. Unterwegs eine weitere Redebeiträge besonders einer sticht dabei hervor. Es geht darum, dass ein einziger Abgeordneter der CDU gegen das Gesetz gestimmt hat:
Jochen Borchert. Grund: Seine Tochter, Chefredateurin eines Online-Portals hat ihn in Gesprächen von der Sinnlosigkeit und der Gefahr dieses Gesetzes überzeugt. Genau das, was wir alle auch tun sollten und müssen. Mit unseren Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern reden und sie auf die Gefahren aufmerksam machen. Alle die, die sich nciht tiefer mit der Materie beschäftigt haben aufrütteln und ihnen die Probleme bewusst machen.
Ich bin zwar nicht unbedingt der Beste für solche Überzeugungsarbeit, aber versuchen werde ich es.
Inzwischen erreichen wir dann den Potsdamer Platz und die Aufmerksamkeit von Touristen und Berlinern ist der Menge sicher. Der Himmel beginnt sich langsam zu verdunkeln, aber mit ein bisschen Glück kommt der Regen erst nach Abschluss der Veranstaltung.
Unter den Rednerist auch Hans-Christian Ströbele, der die anwesende Jugend um Nachsicht mit der älteren Generation bittet. Er selbst sei ein Beispiel dafür, dass man nicht jung sein muss, um das Internet und die Problematik der Zensur zu verstehen. Und damit hat er recht, umgekehrt gibt es ja auch Menschen, die die 40 noch nicht erreicht haben und trotzdem nichts verstehen. Man denke nur mal an den Wirtschaftsminister. Auch Ströbeles Rede wird wie die anderen Beiträge mit ausdauerndem Applaus bedacht.
Zum Abschluss sorgt Jörg Tauss ein weiteres Mal für Aufmerksamkeit. Er verkündet in die Piratenpartei einzutreten. Damit hätte diese einen Sitz im Bundestag. Das wird im Bundestagswahlkampf von Vorteil sein und sicherlich auch die Aufmerksamkeit auf Internetthemen im Wahlkampf lenken.
Pünktlich erst zum Schlusswort setzt dann der Regen ein und ich kann wenigstens mit dem beruhigten Gefühl nach Hause gehen: mit meinen Gedanken stehe ich nicht allein.