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Donnerstag, 18. April 2013Berlin bei Nacht
Auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer, kann man noch Unterschiede zwischen Ost und West erkennen.
Zum Beispiel, wenn man genügend Abstand hat: (Foto von Chris Hadfield) Sonntag, 22. Januar 2012Tatort"Die Medien nehmen bei der umfassenden Teilnahme an der Meinungsbildung eine öffentliche Aufgabe wahr."In Ermangelung eines entsprechenden Gerätes sehe ja recht selten fern. Tue ich es dann doch einmal wundere ich mich zumeist. So auch über den heutigen Tatort. Einige junge Mädchen wurden entführt, eines davon getötet und die Polizei hat auch schon einen Verdächtigen. Doch der sträubt sich sofort alles zuzugeben, lehnt sich eher zurück und lässt sich von den Polizisten nicht provozieren. Was ihm dann auch prompt einen Faustschlag von einem der Ermittler einbringt. Wie viele Zuschauer mögen da sofort zugestimmt haben ("So ein Schwein hat es doch verdient")? Schade nur, dass das "Schwein" gar nicht der Täter ist, denn fünf Minuten später gibt es schon eine neue Spur. Unter den Fingernägeln des Opfers hat sich eine DNA-Spur gefunden. Und diese Spur konnte auch sofort einer Person zugeordnet werden. Eine DNA-Probe des Verdächtigen wurde nämlich gespeichert, weil dieser einmal in einen Fall der Körperverletzung verwickelt war. Die Datensammelwut der Polizei wird realistisch dargestellt, aber leider nicht kritisiert. Dass sich dann Komplikationen im Fall ergeben, weil ein Krankenhaus nicht lückenlos mit Überwachungskameras ausgestattet ist, sei nur am Rande erwähnt. Irgendwann endet dann auch dieser "Krimi" und damit treten auch die beiden Ermittler ab, für sie war es der letzte Tatort. Schade, dass der Regisseur die nachfolgende Untersuchung wegen Körperverletzung im Amt nicht mehr in der Sendezeit unterbringen konnte. Es ist übrigens nicht der erste Tatort, der so fahrlässig mit dem gesetzlichen Spielraum der Ermittler umgeht, Emanuel Schach hat dazu schon einmal etwa geschrieben. Nun fragt man sich in Hinblick auf den oben zitierten Paragraphen: Was für eine öffentlich Meinung soll hier gebildet werden? Polizisten dürfen alles und wenn sie Verbrechen begehen, kommen sie ungestraft davon? Und das ist ja auch alles nicht schlimm, denn sie sind die Guten?
Geschrieben von Michael Fuchs
in Medien, Politik & Gesellschaft
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Donnerstag, 6. Oktober 2011Gott ist tot
Von Apple-Jüngern wurde Steve Jobs teilweise schon zu Lebzeiten als Gott gesehen. Nach seinem traurigen Dahinscheiden überschlagen sich nun fast alle mit Lobpreisungen. Es kommt einem vor als sei jedes iPhone von ihm persönlich zusammengeschraubt worden, jede Idee, jedes neue Produkt nur in seinem Hirn entstanden. Dabei ist er auch nur ein (zugegebenermaßen) guter und skrupelloser Geschäftsmann gewesen, der mit seiner Selbstinszenierung und der Zentralisierung von Apple auf seine Person einer willigen Fangemeinde seine Produkte verkaufen konnte. Bei keinem anderen Unternehmen steht der Chef so im Mittelpunkt der Öffentlichkeit.
Nun wird sich zeigen ob das Unternehmen den Tod dieses Menschen verkraften kann. Können Steves Nachfolger genauso die Massen begeistern? Man darf gespannt in die Zukunft blicken. ![]()
Geschrieben von Michael Fuchs
in Medien, Politik & Gesellschaft
um
22:02
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Montag, 29. August 2011Schein und Sein
Die Geschichte vom neuen deutschen Wunderkind klang vielversprechend. Ein jugendlicher Berufsschüler macht sich mit einigen Mitschülern daran und entwickelt ein neues Betriebssystem. Und das ist gleich so gut, dass sowohl Windows-, Linux- als auch OSX-Programme damit ausgeführt werden können.
Das bleibt natürlich nicht unbeachtet. Eine Präsentation vor der versammelten Schülerschaft, dann Artikel in der lokalen Presse und zum Schluss kommen die investigativen Reporter von RTL und widmen dem System einen kurzen Filmbeitrag. Letzte Woche jedoch macht sich dann auch mal ein Vertreter der Presse auf den Weg, der auch noch selber denken kann. Und der lässt sich nicht einfach von irgendwelchen Sprüchen blenden, sondern schreibt einen Artikel über das, was er mit eigenen Augen sah. Und das war nicht sehr viel. Letztendlich stellt sich heraus, dass das neue Betriebssystem ein Windows XP mit ein paar Zusätzen ist. Jeder ambitionierte Heimanwender hätte dieses Werk vollbringen können. Und nun ist der junge Mann erst einmal von der Bildfläche der Öffentlichkeit verschwunden. Über seine Motivation diese Geschichte in Gang zu setzen will ich gar nicht spekulieren. Und ebensowenig virtuell auf ihn einprügeln, das machen schon mehr Leute als nötig wäre. In seinem Alter kommt die Selbstüberschätzung ja nicht selten vor und das Licht der Öffentlichkeit genießt man vielleicht auch noch sehr. Mich würde eher interessieren, warum es alle diese Presseorgane nicht geschafft haben einmal einen Fachmann zu dieser Geschichte zu befragen. Oder einfach mal einen Taschenrechner zu benutzen. Immerhin soll eine Handvoll Schüler mal eben 52 Millionen Zeilen Quellcode in drei Jahren geschrieben haben. Mehr als 3000 Zeilen pro Tag und Person. Und noch viel schlimmer, auch die Lehrer des Jungen haben bei diesem Zirkus mitgemacht. Fachlehrer, denen über Monate hinweg nichts von dem auffiel, was andere Leute in einem Drei-Minuten-Video bemerken. Lehrer, die den Schülern eigentlich die Kompetenz im Umgang mit der Welt außerhalb der Schule vermitteln sollen. Und die dann noch selber den Stoß Richtung Verderben ausführen. Traurig, traurig alles... Samstag, 20. August 2011Gefällt mir nicht Man kann ihm kaum mehr entgehen. Auf jeder zweiten Nachrichtenseite, in jedem zweiten Blog, fast überall trifft man auf den dämlichen "Gefällt mir" - Button. Das scheint auch den Landesdatenschutzbeauftragten Schleswig-Holsteins zu stören, denn der droht Webseitenbetreibern die sich mit den blauen Knöpfen schmücken empfindliche Strafen an. Ob das zielführend oder durchsetzbar ist bezweifele ich. Aber natürlich sollten sich Webseitenbetreiber darüber Gedanken machen, ob diese Knöpfchen wirklich sinnvoll sind. Sie haben nämlich den Nachteil, dass sie über einen externen Server eingebunden werden und damit Facebook die IP-Adresse der Besucher frei Haus liefern. Unabhängig ob es sich um Facebooknutzer handelt oder nicht. Mit einer genügenden Verbreitung (und die ist leider schon gegeben), lässt sich so der Weg einer IP-Adresse durch das Web verfolgen. Ist der Besucher bei Facebook angemeldet, so ist die Verknüpfung der IP-Adresse mit seinem Acount ein Kinderspiel. Und was bekommt man dafür? Eine Übersicht wievielen (und welchen) Leute ein Beitrag auf der Webseite gefällt. Toll. Solche Informationen sind vermutlich ideal für Marketingabteilungen. Endlich lassen sich die Investitionen in Blog-Artikel, Wer das aber braucht, kann durchaus auch andere Wege gehen. Es gibt einen Haufen Plugins für Facebook, mit deren Hilfe diese Beiträge importiert werden können. Und schon können die Facebookfans direkt in ihrem sozialen Netzwerk auf "Gefällt mir" klicken. Und die eigene Webseite ist dafür Facebook-frei. Nunja, vielleicht nicht ganz frei. Ein kleiner Knopf, um die Webseitenbesucher zur Facebook-Fanseite zu führen, ist da schon noch notwendig. Aber die Grafik für diesen Knopf lädt direkt vom Webserver und es werden auch keinerlei Scripte ausgeführt, die Daten auf Mark Zuckerbergs Schreibtisch schieben. Erst wenn ein Nutzer aktiv auf das kleine Knöpfchen klickt, wird zum ersten Mal eine Verbindung zu Facebook geschaffen. Der gute alte Hyperlink, auch im Web 2.0 hat er noch seinen Platz. Und eure Besucher werden es euch danken.
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