"Die Medien nehmen bei der umfassenden Teilnahme an der Meinungsbildung eine öffentliche Aufgabe wahr."
(§4 Saarländisches Mediengesetz)
In Ermangelung eines entsprechenden Gerätes sehe ja recht selten fern. Tue ich es dann doch einmal wundere ich mich zumeist. So auch über den
heutigen Tatort.
Einige junge Mädchen wurden entführt, eines davon getötet und die Polizei hat auch schon einen Verdächtigen. Doch der sträubt sich sofort alles zuzugeben, lehnt sich eher zurück und lässt sich von den Polizisten nicht provozieren. Was ihm dann auch prompt einen Faustschlag von einem der Ermittler einbringt. Wie viele Zuschauer mögen da sofort zugestimmt haben ("So ein Schwein hat es doch verdient")?
Schade nur, dass das "Schwein" gar nicht der Täter ist, denn fünf Minuten später gibt es schon eine neue Spur. Unter den Fingernägeln des Opfers hat sich eine DNA-Spur gefunden. Und diese Spur konnte auch sofort einer Person zugeordnet werden. Eine DNA-Probe des Verdächtigen wurde nämlich gespeichert, weil dieser einmal in einen Fall der Körperverletzung verwickelt war. Die
Datensammelwut der Polizei wird realistisch dargestellt, aber leider nicht kritisiert. Dass sich dann Komplikationen im Fall ergeben, weil ein Krankenhaus nicht lückenlos mit Überwachungskameras ausgestattet ist, sei nur am Rande erwähnt.
Irgendwann endet dann auch dieser "Krimi" und damit treten auch die beiden Ermittler ab, für sie war es der letzte Tatort. Schade, dass der Regisseur die nachfolgende Untersuchung wegen
Körperverletzung im Amt nicht mehr in der Sendezeit unterbringen konnte.
Es ist übrigens nicht der erste Tatort, der so fahrlässig mit dem gesetzlichen Spielraum der Ermittler umgeht, Emanuel Schach
hat dazu schon einmal etwa geschrieben. Nun fragt man sich in Hinblick auf den oben zitierten Paragraphen: Was für eine öffentlich Meinung soll hier gebildet werden? Polizisten dürfen alles und wenn sie Verbrechen begehen, kommen sie ungestraft davon? Und das ist ja auch alles nicht schlimm, denn sie sind
die Guten?